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Symptomaufstellung in Bildern

Vier typische Aufstellungen

Wie läuft eine Symptomaufstellung ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Jede der folgenden vier Situationen beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die Dynamik. Es folgen ein oder mehrere Interventionsschritte, in denen die Aufstellungsleitung Sätze anbietet und Positionen verändert (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue Ordnung. Die Sprechblasen geben typische — hier beispielhaft formulierte — Sätze wieder; alle Beispiele sind vereinfacht und anonymisiert. Wichtig: Eine Symptomaufstellung ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine Behandlung — es geht um die seelischen und systemischen Bezüge eines Symptoms. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.

1. Das Symptom als Bote

Ordnungsthema: Das Symptom will etwas zeigen, nicht ärgern.

Viele Menschen erleben ihr Symptom als Gegner, den es zu bekämpfen gilt. Die systemische Sicht fragt anders: Wofür könnte das Symptom stehen? In der Aufstellung wird es als eigene Figur sichtbar — und bekommt ein Gegenüber.

Systembrett von oben: der rote Symptom-Quader steht dicht im Rücken der orangen Ich-Figur, die wegschaut

Ausgangsbild

Das Symptom steht dicht im Rücken des Ich — spürbar nah, aber nicht angesehen. Das Ich schaut in die andere Richtung: „Ich will es nicht sehen.“

Systembrett: ein Drehpfeil zeigt, wie das Ich sich zum Symptom umdreht und es anspricht

Intervention: Das Ich fragt hin

Das Ich dreht sich um (Drehpfeil) und richtet zum ersten Mal eine Frage an das Symptom: „Was willst du mir zeigen?“ Aus dem Gegner wird ein Bote.

Systembrett Schlussbild: das Symptom steht in respektvoller Distanz gegenüber dem Ich, dahinter wird ein grauer Themen-Quader sichtbar

Schlussbild

Das Symptom steht nun in respektvoller Distanz gegenüber — und dahinter wird ein Thema sichtbar, für das es steht. „Ich sehe, wofür du stehst.“

2. Die erzwungene Pause

Ordnungsthema: Das Symptom als Grenzwächter.

Manche Symptome tauchen dort auf, wo jemand dauerhaft über die eigenen Grenzen geht. Auf dem Brett stellt sich das Symptom dann buchstäblich quer — zwischen das Ich und seine vielen Aufgaben.

Systembrett von oben: das Ich strebt mit einem Pfeil auf drei Aufgaben-Kegel zu, der rote Symptom-Quader stellt sich quer in den Weg

Ausgangsbild

Das Ich strebt auf viele Aufgaben zu (Pfeil) — doch das Symptom stellt sich quer in den Weg. Der innere Antreiber spricht: „Ich muss weiter.“

Systembrett: das Ich hält vor dem quer stehenden Symptom inne und erkennt dessen Schutzfunktion an

Intervention: Die Schutzfunktion anerkennen

Das Ich hält inne und erkennt an, was das Symptom leistet: „Du zwingst mich, langsamer zu gehen.“ Der Kampf gegen das Symptom weicht einem ersten Verständnis für seine Funktion.

Systembrett Schlussbild: das Ich mit grünem Ruhe-Kegel an der Seite, die Aufgaben geordnet in einer Reihe, das Symptom als kleiner Wächter am Rand

Schlussbild

Mit einer Ruhe-Ressource an der Seite ordnen sich die Aufgaben, das Symptom steht als kleiner Wächter am Rand: „Ich gehe in meinem Tempo.“

3. Das Symptom und die verdeckte Trauer

Ordnungsthema: Was keinen Ausdruck fand, sucht einen Weg.

Unbetrauerte Verluste wirken oft im Verborgenen weiter. In der Aufstellung zeigt sich das mitunter so: Das Symptom steht genau zwischen dem Ich und dem, was nie betrauert wurde.

Systembrett von oben: der rote Symptom-Quader steht zwischen dem Ich und einer liegenden grauen Figur für den Verlust

Ausgangsbild

Das Symptom steht zwischen dem Ich und einer liegenden Figur — einem Verlust, der nie einen Platz bekam. Das Ich spürt nur eine diffuse Leere: „Ich weiß nicht, was mir fehlt.“

Systembrett: das Ich tritt mit einem Pfeil zur Seite, sieht die liegende Figur an und würdigt den Verlust

Intervention: Der Verlust wird gesehen

Das Ich tritt einen Schritt zur Seite (Pfeil), sieht am Symptom vorbei den Verlust an und würdigt ihn: „Ich sehe dich. Du fehlst mir.“

Systembrett Schlussbild: das Symptom ist zur Seite getreten, das Ich steht dem Verlust in Frieden zugewandt

Schlussbild

Das Symptom tritt zur Seite. Das Ich steht dem Verlust zugewandt — in Frieden statt in Abwehr: „Jetzt hat die Trauer ihren Platz.“

4. Das Symptom in Loyalität

Ordnungsthema: Unsichtbare Bindungen an die Herkunftsfamilie.

Manchmal wiederholt ein Symptom etwas, das schon ein Elternteil getragen hat — aus einer unbewussten Loyalität heraus. Die Aufstellung macht diese Bindung sichtbar und würdigt sie, statt sie zu verurteilen.

Systembrett von oben: das Ich trägt den roten Symptom-Quader nah bei sich, dahinter ein blaues Elternteil mit dem gleichen Symptom-Quader

Ausgangsbild

Das Ich trägt sein Symptom dicht bei sich. Dahinter steht ein Elternteil — mit dem gleichen Symptom an seiner Seite: „Es ist, als gehöre es zu mir.“

Systembrett: ein Drehpfeil zeigt, wie das Ich sich zum Elternteil umwendet und die Verbindung würdigt

Intervention: Die Verbindung wird gewürdigt

Das Ich wendet sich um (Drehpfeil) und sieht das Elternteil an. Die bislang unsichtbare Verbindung wird ausgesprochen und gewürdigt: „Auch wenn du es getragen hast — ich darf es anders machen.“

Systembrett Schlussbild: das Elternteil steht groß im Rücken des Ich, das frei nach vorn schaut; beide Symptom-Quader stehen in Distanz am Rand

Schlussbild

Das Elternteil steht groß im Rücken — als Kraftquelle, nicht als Last. Das Ich schaut frei nach vorn, das Symptom steht in Distanz: „Ich nehme deine Kraft — nicht deine Last.“

Selbst aufstellen — kostenlos im Browser

Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser. Auch hier gilt: Eine Symptomaufstellung ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine Behandlung — sie betrachtet die seelischen und systemischen Bezüge eines Symptoms.

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