Vier typische Aufstellungen
Wie läuft eine Einzelaufstellung ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Im geschützten Zweiersetting — nur Klientin und Begleitung, Figuren statt Stellvertreter — beginnt jedes der folgenden vier Beispiele mit dem Ausgangsbild; es folgen ein oder mehrere Interventionsschritte (Pfeile markieren die Bewegungen) bis zum Schlussbild. Die Sprechblasen geben typische — hier beispielhaft formulierte — Sätze wieder; alle Beispiele sind vereinfacht, typisiert und frei von realen Personen. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.
1. Die berufliche Entscheidung
Ordnungsthema: Zwei Wege nebeneinander betrachten.
In der Einzelaufstellung lassen sich Alternativen als Figuren aufstellen. Statt im Kopf hin und her zu wägen, stellt die Klientin beide Optionen vor sich auf das Brett — und spürt im geschützten Zweiersetting in Ruhe nach, wie jede Position wirkt.

Ausgangsbild
Weg A und Weg B stehen als Kegel auf dem Brett, das Ich davor — unentschieden in der Mitte: „Ich stehe zwischen zwei Wegen.“ Das Abwägen im Kopf hat bisher keine Klärung gebracht.

Intervention 1: Probestehen bei Weg A
Die Begleitung lädt ein, die Ich-Figur probeweise zu Weg A zu stellen (Pfeil) — und nachzuspüren: Wie fühlt sich dieser Platz an? Was wird leichter, was fehlt?

Intervention 2: Probestehen bei Weg B
Dann wechselt die Figur zu Weg B (Pfeil). Im Zweiersetting ist Zeit, beide Positionen ohne Druck zu vergleichen — oft zeigt sich der Unterschied deutlicher als gedacht.

Schlussbild
Das Ich wendet sich klar einem Weg zu; der andere bleibt sichtbar im Bild und wird als Möglichkeit gewürdigt: „Jetzt spüre ich den Unterschied.“
2. Der Konflikt mit der Kollegin
Ordnungsthema: Diskrete Klärung ohne Gruppe.
Konflikte am Arbeitsplatz sind heikel — nicht jeder möchte sie vor einer Gruppe aufstellen. In der Einzelaufstellung bleibt das Thema im geschützten Rahmen: Die Kollegin wird nicht eingeladen, sondern als Figur aufgestellt.

Ausgangsbild
Ich und Kollegin stehen sich frontal gegenüber, zwischen ihnen das gemeinsame Projekt. Die innere Deutung: „Sie arbeitet gegen mich.“

Intervention: Abstand und gemeinsame Blickrichtung
Die Begleitung schlägt vor, das Projekt aus der Konfliktlinie zu nehmen (Pfeil) und beide Figuren zu drehen (Drehpfeile): mehr Abstand — und ein gemeinsamer Blick auf die Aufgabe statt aufeinander.

Schlussbild
Seite an Seite vor dem Projekt wird eine andere Lesart spürbar: „Es geht gar nicht gegen mich.“ Aus der Frontstellung wird ein Ringen um dieselbe Sache.
3. Grenzen setzen
Ordnungsthema: Die eigene Position stärken.
Wenn Anforderungen zu dicht heranrücken, wirkt das Ich auf dem Brett buchstäblich klein. Die Einzelaufstellung macht den fehlenden Abstand sichtbar — und erprobt im geschützten Rahmen, wie es sich anfühlt, ihn herzustellen.

Ausgangsbild
Zwei Anforderungs-Quader stehen dicht vor der klein wirkenden Ich-Figur: „Das ist alles zu viel.“ Kaum Raum, kaum Überblick.

Intervention: Auf Armlänge bringen
Die Ich-Figur schiebt die Anforderungen auf Armlänge (Pfeile) und holt eine Ressource an ihre Seite — etwas, das Kraft gibt. Der Satz dazu: „Bis hierher — und das ist gut so.“

Schlussbild
Das Ich steht aufrecht, mit freiem Raum vor sich: „Vor mir ist wieder Raum.“ Die Anforderungen sind nicht verschwunden — aber sie stehen in einem Abstand, der Handeln möglich macht.
4. Ein Anliegen über mehrere Sitzungen
Ordnungsthema: Das Brett als Verlaufsdokumentation.
Manche Anliegen klären sich nicht in einer Stunde. In der Einzelaufstellung lässt sich das Brettbild von Sitzung zu Sitzung neu stellen — der Vergleich der Bilder dokumentiert den Verlauf, ganz ohne Deutungsdruck.

Sitzung 1: Ausgangsbild
Das erste Bild ist diffus: Ich, Thema und zwei Personen aus dem Umfeld stehen ohne erkennbaren Bezug auf dem Brett, die Blickrichtungen laufen auseinander: „Ich sehe noch kein Bild.“ Genau das ist ein ehrlicher Anfang.

Sitzung 2: Erste Ordnung
In der zweiten Sitzung entsteht erste Ordnung: Das Ich wendet sich dem Thema zu, eine Person tritt in den Hintergrund (Pfeil). Das Bild wird ruhiger — „Das Thema bekommt einen Platz.“

Sitzung 3: Schlussbild
Das dritte Bild ist aufgeräumt: klare Bezüge, das Thema gut sichtbar vor dem Ich, Unterstützung an der Seite, die weitere Person in stimmigem Abstand: „Von Sitzung zu Sitzung wird es klarer.“
Selbst aufstellen — kostenlos im Browser
Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser.