Vier typische Aufstellungen
Wie läuft eine Traumaaufstellung nach der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT) ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Jedes der folgenden vier Beispiele beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die innere Dynamik. Es folgen ein oder mehrere Interventionsschritte, in denen behutsam Kontakt entsteht und sich Positionen verändern (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue innere Ordnung. Die Sprechblasen geben typische — hier beispielhaft formulierte — Sätze wieder. Alle Beispiele sind vereinfacht und typisiert; sie zeigen keine realen Personen und keine konkreten Traumainhalte. Eine reale Traumaaufstellung findet in qualifizierter fachlicher Begleitung statt, im eigenen Tempo und mit Vorrang für Stabilität — sie ist weder Diagnose noch Heilversprechen. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.
1. Der Anliegensatz
Ordnungsthema: Die eigenen Worte zeigen den Weg.
In der IoPT beginnt die Arbeit mit einem selbst gewählten Satz — dem Anliegen. Jedes Wort wird einzeln aufgestellt und zeigt eine eigene Facette des Themas. Nicht die Begleitung deutet, sondern die eigenen Worte führen — Schritt für Schritt und nur so weit, wie es sich stimmig anfühlt.

Ausgangsbild
Die Person hat ihren Satz „Ich will meine innere Ruhe finden“ Wort für Wort aufgestellt. Noch stehen die Elemente in loser Reihe; das Ich betrachtet sie aus ruhigem Abstand.

Intervention: Kontakt mit dem ersten Wort
Das Ich geht zum ersten Wort — dem »Ich« — und tritt mit ihm in Kontakt (Pfeil). Mehr ist in diesem Schritt nicht nötig: Es wird nur wahrgenommen, was sich zeigt.

Schlussbild
Das Ich steht den Satz-Elementen geordnet gegenüber; jedes hat einen klaren Platz. „Jetzt sehe ich, worum es geht.“ Das Anliegen ist sortiert — von hier aus kann die Arbeit in Ruhe weitergehen.
2. Die Überlebensstrategie
Ordnungsthema: Schutzmuster würdigen, nicht bekämpfen.
Überlebensstrategien haben in schwierigen Zeiten Sicherheit gegeben — etwa durch Kontrolle, Ablenkung oder Distanz. In der Aufstellung zeigt sich dieser Anteil oft als Wächter, der zwischen dem Ich und einem verletzten Anteil steht. Er wird nicht beiseitegeschoben, sondern gewürdigt.

Ausgangsbild
Der Überlebensanteil steht wachsam zwischen dem Ich und dem verletzten Anteil, der sich abgewandt hat. So blieb über lange Zeit vieles gut geschützt.

Intervention: Der Schutz wird gewürdigt
Das Ich wendet sich dem Überlebensanteil zu und erkennt seine Leistung an: „Danke, dass du mich geschützt hast.“ Nichts muss weggehen — der Schutz behält seinen Wert.

Schlussbild
Der Überlebensanteil tritt etwas zur Seite und bleibt in Reichweite. Zwischen dem Ich und dem verletzten Anteil wird zum ersten Mal Blickkontakt möglich — in sicherem Abstand und ohne Druck.
3. Begegnung mit dem jungen Ich
Ordnungsthema: Behutsamer Kontakt statt Überwältigung.
Hat sich ein junger Anteil zurückgezogen, geht es nicht darum, ihn um jeden Preis zu erreichen. Entscheidend ist, dass Kontakt langsam entstehen darf — getragen vom erwachsenen Ich und einem gesunden, stabilen Anteil an seiner Seite.

Ausgangsbild
Das junge Ich steht abgewandt in der Ecke des Brettes. Das erwachsene Ich bleibt in deutlicher Entfernung, der gesunde Anteil an seiner Seite. Niemand drängt.

Intervention: Ein kleiner Schritt
Das erwachsene Ich macht einen einzigen kleinen Schritt (kurzer Pfeil). Das junge Ich darf sich langsam umwenden (Drehpfeil) — oder auch noch nicht. Das Tempo bestimmt der junge Anteil.

Schlussbild
Beide stehen einander zugewandt, mit deutlichem Abstand. „Ich bin jetzt da. Ich habe Zeit.“ Mehr braucht dieses Bild nicht — Kontakt ist entstanden, ohne Überwältigung.
4. Ich will ich sein
Ordnungsthema: Identität stärken.
„Ich will ich sein“ ist eines der häufigsten Anliegen in der IoPT. Auf dem Brett zeigt sich oft: Erwartungen, Zuschreibungen und Rollenbilder stehen dicht um das Ich, während der eigene Wesenskern kaum sichtbar dahinter wartet.

Ausgangsbild
Das Ich ist von Erwartungen, Zuschreibungen und Rollenbildern umstellt. Der eigene Wesenskern steht weit hinten — vom Ich aus kaum zu sehen.

Intervention: Hinwendung zum eigenen Kern
Das Ich wendet sich um (Drehpfeil) und nimmt den eigenen Wesenskern wahr. Der Kern darf nach vorn kommen (Pfeil) — die Erwartungen müssen dafür nicht verschwinden, sie verlieren nur ihren Vorrang.

Schlussbild
Das Ich steht mit seinem Wesenskern an der Seite, die Erwartungen in gutem Abstand. „Das bin ich.“ Ein einfaches, stabiles Bild.
Selbst aufstellen — kostenlos im Browser
Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser.
Das Nachstellen dieser Bilder ersetzt keine Traumaaufstellung: Die eigentliche Arbeit gehört in qualifizierte fachliche Begleitung — in Ihrem eigenen Tempo und mit Vorrang für Stabilität.