Vier typische Aufstellungen
Wie läuft eine Strukturaufstellung ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Jede der folgenden vier Situationen beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die Struktur des Anliegens. Es folgen ein oder mehrere Interventionsschritte, in denen die Aufstellungsleitung Sätze anbietet und Positionen verändert (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue Ordnung. Alle Beispiele sind vereinfacht und frei typisiert; die Sprechblasen geben beispielhaft formulierte Sätze wieder. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.
1. Die Problemaufstellung: Fokus, Ziel, Hindernis, Ressource
Ordnungsthema: Abstrakte Größen bekommen einen Platz.
In einer Strukturaufstellung stehen nicht Familienmitglieder auf dem Brett, sondern die Elemente eines Anliegens: der Fokus (die Person selbst), das Ziel, das Hindernis und eine Ressource. So wird auf einen Blick sichtbar, wie diese Größen zueinander stehen — und was sich verändern lässt.

Ausgangsbild
Das Hindernis steht genau auf der Linie zwischen Fokus und Ziel — der Blick auf das Ziel ist verstellt: „Da komme ich nicht durch.“ Die Ressource steht hinter dem Rücken des Fokus: vorhanden, aber nicht im Blick.

Intervention: Die Ressource kommt in den Blick
Die Aufstellungsleitung lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was schon da ist: Der Fokus wendet sich um (Drehpfeil) und holt die Ressource an seine Seite (Pfeil): „Dich nehme ich mit.“

Schlussbild
Mit der Ressource an der Seite verliert das Hindernis an Gewicht: Es rückt aus der Linie, die Bahn zum Ziel ist offen. „Der Weg ist frei.“
2. Das Tetralemma: zwischen zwei Optionen
Ordnungsthema: Entscheidungen haben mehr als zwei Seiten.
Das Tetralemma (nach Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd) ordnet einen Entscheidungskonflikt in vier Positionen und eine fünfte außerhalb: Das Eine, Das Andere, Beides (eine Verbindung), Keins von Beidem (das dahinterliegende Anliegen) — und das freie Element, das für das noch Ungedachte steht. Im Beispiel: im Unternehmen bleiben oder eine eigene Praxis gründen.

Ausgangsbild
Der Fokus steht vor den vier Positionen und pendelt zwischen dem Einen und dem Anderen: „Bleiben oder gründen?“ Das freie Element wartet außerhalb — noch ohne Bedeutung.

Intervention: Der Gang zu „Beides“
Der Fokus verlässt das Entweder-oder und stellt sich zu „Beides“ (Pfeil): „Geht nicht beides?“ — etwa angestellt bleiben und die Praxis nebenberuflich aufbauen. An dieser Position zeigt sich, ob eine Verbindung wirklich trägt.

Schlussbild
Der Fokus tritt zum freien Element außerhalb der vier Positionen — dem Platz für das noch Ungedachte — und sieht von dort auf das ganze Bild: „Es gibt noch etwas Drittes.“ Oft verändert sich hier die Frage selbst.
3. Der verdeckte Gewinn
Ordnungsthema: Auch ein Problem hat eine Funktion.
Manche Probleme bleiben hartnäckig, weil sie unbemerkt etwas leisten — Schutz, Entlastung, Zugehörigkeit. Die Strukturaufstellung stellt diesen verdeckten Gewinn als eigene Figur auf und macht ihn damit verhandelbar. Bei belastenden Symptomen gilt: Eine Aufstellung ersetzt keine Diagnose und keine therapeutische Begleitung.

Ausgangsbild
Das Problem klebt förmlich am Fokus — kaum eine Handbreit Abstand: „Ich werde dich nicht los.“ Direkt dahinter, vom Fokus aus unsichtbar, steht der verdeckte Gewinn.

Intervention: Der Gewinn wird gewürdigt
Der Gewinn tritt hinter dem Problem hervor (Pfeil) und bekommt einen sichtbaren Platz. Der Fokus erkennt an, was das Problem bisher geleistet hat: „Du hast mich geschützt.“

Schlussbild
Der Fokus behält den Gewinn an seiner Seite — das Problem darf in Distanz rücken, ohne dass etwas verloren geht: „Das Gute daran bleibt bei mir.“
4. Die Zielannäherungsaufstellung
Ordnungsthema: Der Weg zum Ziel in Schritten.
Große Ziele wirken oft unerreichbar, solange der Weg dorthin unklar bleibt. Die Zielannäherungsaufstellung stellt neben Fokus und Ziel auch mögliche Zwischenschritte auf das Brett — und bringt sie in eine gangbare Reihenfolge.

Ausgangsbild
Der Fokus steht in der einen Ecke, das Ziel weit entfernt in der anderen: „Das Ziel ist so weit weg.“ Zwei mögliche Zwischenschritte liegen zwar auf dem Brett — aber verstreut, keiner auf dem Weg.

Intervention: Die Schritte kommen in Reihenfolge
Die Zwischenschritte werden auf die Linie zwischen Fokus und Ziel gebracht (Pfeile) und geordnet: erst Schritt 1, dann Schritt 2. „Erst eins, dann das andere.“

Schlussbild
Eine klare Wegstrecke liegt vor dem Fokus: erst Schritt 1, dann Schritt 2, dann das Ziel. Die Distanz ist dieselbe — aber sie ist gegliedert: „Der nächste Schritt ist klar.“
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Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser.