Häufige Fragen zu Systemaufstellungen
Einstieg
Eine Aufstellung ist eine Methode, bei der Beziehungen und innere Zusammenhänge räumlich sichtbar gemacht werden. Stellvertreter oder Figuren nehmen Plätze im Raum ein und repräsentieren Menschen, Symptome oder Themen. So werden Muster erfahrbar, die im Gespräch oft verborgen bleiben.
Nein. Aufstellungsarbeit ist eine Methode der Selbsterfahrung und Beratung, keine Psychotherapie und kein Heilverfahren. Sie kann therapeutische Prozesse ergänzen, ersetzt aber keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Viele Teilnehmende berichten von hilfreichen Einsichten und Entlastung. Die wissenschaftliche Studienlage ist jedoch begrenzt, und die Wirkmechanismen sind nicht abschließend geklärt. Seriöse Anbieter sprechen von Erfahrungen, nicht von garantierten Wirkungen.
Über die Umkreissuche im Verzeichnis von aufstellungen.de. Sie können nach Ort, Format und Setting filtern. Alle gelisteten Aufsteller durchlaufen einen Qualitätscheck.
Ablauf & Kosten
Nach einem Vorgespräch wählt die aufstellende Person Stellvertreter aus und stellt sie im Raum auf. Die Leitung befragt die Stellvertreter nach ihrer Wahrnehmung und verändert die Positionen, bis sich ein lösenderes Bild zeigt. Zum Schluss nimmt die aufstellende Person oft selbst ihren Platz ein.
Eine einzelne Aufstellung dauert meist zwischen 30 und 90 Minuten. Ein Aufstellungsabend oder Seminartag umfasst mehrere Aufstellungen und dauert entsprechend länger.
Die Preise variieren stark. Ein Platz bei einem Aufstellungsabend als Stellvertreter ist oft günstig oder kostenlos. Eine eigene Aufstellung in der Gruppe kostet meist zwischen etwa 80 und 250 Euro, Einzelsitzungen liegen häufig höher. Fragen Sie die Kosten immer vorab ab.
In der Regel nicht. Aufstellungsarbeit ist keine anerkannte Heilbehandlung. Manche Anbieter rechnen im Rahmen einer Heilpraktiker- oder Psychotherapieleistung ab; klären Sie das individuell.
Nein. Oft genügen wenige Fakten wie frühe Todesfälle, Trennungen oder ausgeschlossene Familienmitglieder. In manchen Formaten wird sogar bewusst wenig vorab besprochen.
In der Gruppe übernehmen andere Teilnehmende die Stellvertreterrollen. In der Einzelsitzung arbeitet die Leitung mit Figuren, Bodenankern oder Symbolen. Beide Formen haben ihre Stärken.
Ja. Online-Aufstellungen per Videokonferenz sind möglich, etwa mit Symbolen, Bodenankern oder Stellvertretern im virtuellen Raum. Sie eignen sich besonders, wenn kein passendes Angebot in der Nähe ist.
Nein. Als Stellvertreter beschreiben Sie einfach, was Sie wahrnehmen, und folgen den Anweisungen der Leitung. Sie müssen nichts spielen und können nichts verkehrt machen.
Das ist individuell. Oft ist eine einzelne Aufstellung ein wichtiger Impuls. Zwischen zwei Aufstellungen sollten Sie genügend Zeit lassen, damit sich das Erlebte entfalten kann, häufig mehrere Monate.
Sicherheit & Grenzen
In einem seriösen, gut geleiteten Rahmen ist das Risiko gering. Bei akuten psychischen Erkrankungen, frischen Traumatisierungen oder schweren Krisen kann eine Aufstellung jedoch belasten. Besprechen Sie solche Situationen vorher mit der Leitung.
Zurückhaltung ist geboten bei akuten Psychosen, schweren Depressionen, unbehandelten Traumafolgestörungen oder in akuten Lebenskrisen. In solchen Fällen sollte zuerst eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung erfolgen.
An einer fundierten Ausbildung, einem beratenden Grundberuf, einem klaren Vorgespräch, dem Respekt vor Ihrer Freiwilligkeit und dem offenen Benennen von Grenzen. Wer Heilung verspricht, ist unseriös. Mehr dazu im Ratgeber.
Begriffe
Damit ist das Phänomen gemeint, dass Stellvertreter Empfindungen und Impulse wahrnehmen, die zur dargestellten Person zu passen scheinen, obwohl sie diese nicht kennen. Das Phänomen ist beschrieben, aber wissenschaftlich nicht eindeutig erklärt.
Bert Hellinger (1925-2019) hat das Familienstellen bekannt gemacht und geprägt. Seine Arbeit ist einflussreich, aber auch umstritten, unter anderem wegen autoritärer Züge und pauschaler Deutungen. Die heutige Aufstellungsarbeit hat sich vielfach von seinen problematischen Positionen distanziert.
Das ist ein von Hellinger geprägtes Konzept von Prinzipien, die Beziehungen angeblich zugrunde liegen, etwa Zugehörigkeit und Rangfolge. Es ist ein Deutungsmodell, keine bewiesene Gesetzmäßigkeit, und wird heute kritisch diskutiert.
IoPT (Identitätsorientierte Psychotraumatheorie und -therapie) ist ein von Franz Ruppert entwickelter, anliegenorientierter Ansatz mit Fokus auf Trauma. Er unterscheidet sich deutlich vom klassischen Familienstellen.