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Glossar

Glossar der Aufstellungsarbeit

Die wichtigsten Begriffe rund um Systemaufstellungen – alphabetisch geordnet und verständlich erklärt.

A–E

Anliegen

Das persönliche Thema oder die Frage, mit der die aufstellende Person in die Aufstellung geht.

Anliegenmethode

Vorgehen in der IoPT, bei dem ein selbst formulierter Satz (das Anliegen) zum Ausgangspunkt der Aufstellung wird.

Aufstellung

Oberbegriff für Methoden, bei denen Beziehungen und innere Zusammenhänge räumlich mit Stellvertretern oder Figuren dargestellt werden.

Aufstellungsabend

Offene Veranstaltung, bei der mehrere Teilnehmende aufstellen und andere als Stellvertreter mitwirken. Oft ein günstiger Einstieg.

Aufstellungsleiter

Die ausgebildete Person, die eine Aufstellung anleitet, die Stellvertreter befragt und den Prozess sicher hält. Auch Aufsteller genannt.

Ausschluss

Das Ausblenden oder Vergessen eines Familienmitglieds, etwa früh Verstorbener oder belasteter Angehöriger. Gilt im Modell als bedeutsam.

Bodenanker

Markierungen auf dem Boden, etwa Blätter oder Tücher, die in Einzel- oder Online-Aufstellungen Positionen kennzeichnen.

DGfS

Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen. Fachverband mit Weiterbildungsordnung und Anerkennung für Systemaufsteller.

F–K

Familienaufstellung

Das bekannteste Format. Es macht Beziehungsmuster in der Herkunfts- oder Gegenwartsfamilie sichtbar.

Familienstellen

Ältere, von Bert Hellinger geprägte Bezeichnung für die Familienaufstellung.

Genogramm

Grafische Darstellung eines Familienstammbaums mit Beziehungen und Ereignissen. Dient oft der Vorbereitung von Familienaufstellungen.

infosyon

Internationaler Fachverband für Organisationsaufstellungen mit eigener Zertifizierung.

Intervision

Kollegialer Austausch von Aufstellern ohne externe Leitung zur Reflexion der eigenen Arbeit.

IoPT

Identitätsorientierte Psychotraumatheorie nach Franz Ruppert. Ein anliegenorientierter, traumafokussierter Ansatz, der sich vom klassischen Familienstellen abgrenzt.

L–R

Lösungssatz

Ein von der Leitung angebotener Satz, den die aufstellende Person spricht, um eine innere Bewegung oder Entlastung zu unterstützen.

Ordnungen der Liebe

Von Hellinger geprägtes Konzept angeblicher Grundprinzipien von Beziehungen wie Zugehörigkeit und Rangfolge. Ein Deutungsmodell, das heute kritisch diskutiert wird.

Organisationsaufstellung

Aufstellungsformat für berufliche Systeme wie Teams, Abteilungen oder Unternehmen. Wird auch in Beratung und Coaching eingesetzt.

Organisationsentwicklung

Fachgebiet der Veränderung von Organisationen, in dem Aufstellungsmethoden als ein Werkzeug unter mehreren genutzt werden.

Repräsentant

Anderes Wort für Stellvertreter. Bezeichnet die Person oder Figur, die etwas im Aufstellungsbild vertritt.

Repräsentierende Wahrnehmung

Das Phänomen, dass Stellvertreter Empfindungen wahrnehmen, die zur dargestellten Person zu passen scheinen. Beschrieben, aber wissenschaftlich nicht eindeutig erklärt.

S–Z

Schlussbild

Die Anordnung der Stellvertreter am Ende einer Aufstellung, die oft als stimmiger oder entlasteter erlebt wird.

Stellvertreter

Teilnehmende, die in einer Gruppenaufstellung stellvertretend für eine Person, ein Symptom oder ein Thema einen Platz einnehmen.

Strukturaufstellung

Von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd entwickeltes Format (SySt), das mit abstrakten Elementen wie Zielen, Hindernissen oder Optionen arbeitet.

Supervision

Begleitete Reflexion der beruflichen Praxis durch eine erfahrene, meist externe Fachperson. Qualitätsmerkmal seriöser Arbeit.

Symptomaufstellung

Format, in dem ein körperliches oder seelisches Symptom durch einen Stellvertreter dargestellt wird. Kein Ersatz für medizinische Behandlung.

Systemaufstellung

Sammelbegriff für alle Aufstellungsformate, die auf systemischem Denken beruhen, also Menschen als Teil größerer Beziehungssysteme betrachten.

Systemisch

Denkweise, die den Einzelnen im Zusammenhang seiner Beziehungssysteme betrachtet statt isoliert. Grundlage der Aufstellungsarbeit.

Traumaaufstellung

Aufstellungsformat mit Fokus auf traumatische Erfahrungen. Erfordert besondere Sorgfalt und Qualifikation der Leitung.

Verstrickung

Begriff für die Annahme, dass eine Person unbewusst das Schicksal eines früheren Familienmitglieds übernimmt oder wiederholt.

Wissendes Feld

Ein von Albrecht Mahr geprägter Begriff für die vermutete Informationsquelle der repräsentierenden Wahrnehmung. Es handelt sich um eine Hypothese, nicht um eine belegte Tatsache.

Zugehörigkeit

Prinzip, wonach jedes Mitglied eines Systems ein Recht auf Zugehörigkeit hat. Ausschluss gilt in diesem Modell als Ursache von Belastungen.

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn Sie die Begriffe kennen, hilft die Praxis weiter: Lesen Sie die häufigen Fragen oder finden Sie einen geprüften Aufsteller.