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Ethik-Kodex

Grundlage verantwortungsvoller Aufstellungsarbeit

Jede Aufstellerin und jeder Aufsteller auf aufstellungen.de verpflichtet sich zu diesem Ethik-Kodex. Er beschreibt, wie verantwortungsvolle Aufstellungsarbeit aussieht – zum Schutz der Ratsuchenden und als gemeinsame Grundlage unserer Arbeit.

Hinweis: Dies ist ein Entwurf. Der endgültige Ethik-Kodex wird vor dem Start des Portals juristisch geprüft und kann sich noch ändern. Maßgeblich ist stets die zum Zeitpunkt der Aufnahme gültige Fassung, der die Aufstellerin oder der Aufsteller ausdrücklich zustimmt.

Präambel

Aufstellungsarbeit berührt Menschen in persönlichen und oft sensiblen Themen. Wer sie anbietet, trägt Verantwortung für einen sicheren, respektvollen Rahmen. Dieser Kodex fasst die Grundsätze zusammen, die wir von allen gelisteten Aufstellerinnen und Aufstellern erwarten.

Die Grundsätze im Einzelnen

1Freiwilligkeit und Selbstbestimmung
Die Teilnahme an einer Aufstellung ist zu jedem Zeitpunkt freiwillig. Teilnehmende – ob als Anliegengeber oder als Stellvertreter – dürfen eine Aufstellung jederzeit unterbrechen oder beenden, ohne dass ihnen daraus ein Nachteil entsteht. Es wird kein Druck ausgeübt, ein Anliegen einzubringen, eine Rolle zu übernehmen oder ein bestimmtes Ergebnis anzunehmen.
2Vorgespräch und Aufklärung
Vor einer Aufstellung informiert die Aufstellerin oder der Aufsteller verständlich über Ablauf, Methode, Rahmenbedingungen und Kosten. Ratsuchende erhalten Gelegenheit, ihr Anliegen und ihre Erwartungen zu klären. Über mögliche Grenzen der Methode und über Alternativen wird offen gesprochen.
3Verschwiegenheit und Datenschutz
Alles, was in einer Aufstellung zur Sprache kommt, wird vertraulich behandelt. Inhalte werden nicht ohne ausdrückliche Zustimmung an Dritte weitergegeben. Aufzeichnungen (etwa Foto, Ton oder Video) erfolgen nur mit vorheriger Einwilligung aller Beteiligten. Bei Gruppenveranstaltungen werden die Teilnehmenden zur gegenseitigen Verschwiegenheit angehalten.
4Grenzen der Methode und keine Heilversprechen
Aufstellungsarbeit ist eine Methode der Selbsterfahrung und Beratung. Sie ist kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Es werden keine Heilung, keine Linderung von Krankheiten und keine bestimmten Wirkungen versprochen. Diagnosen werden nicht gestellt und keine Therapieempfehlungen ausgesprochen, die einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Beurteilung bedürfen. Wo eine fachliche Behandlung angezeigt ist, wird darauf hingewiesen.
5Umgang mit Krisen und Kontraindikationen
Die Aufstellerin oder der Aufsteller prüft sorgfältig, ob eine Aufstellung für die jeweilige Person und Situation geeignet ist. Bei akuten psychischen Erkrankungen, in akuten Krisen oder bei fehlender Stabilität wird von einer Aufstellung abgeraten oder auf geeignete Hilfe verwiesen. Für den Fall einer starken emotionalen Reaktion während oder nach einer Aufstellung hält die Aufstellerin oder der Aufsteller einen angemessenen Umgang bereit und benennt Anlaufstellen für weitergehende Unterstützung.
6Fachliche Sorgfalt und Grenzen der eigenen Kompetenz
Aufstellerinnen und Aufsteller arbeiten im Rahmen ihrer Ausbildung und Erfahrung. Sie bilden sich regelmäßig fort und nehmen Supervision oder Intervision in Anspruch. Sie erkennen die Grenzen der eigenen Kompetenz an und verweisen bei Bedarf an andere Fachpersonen.
7Respekt und Wertfreiheit
Alle Beteiligten werden mit Respekt behandelt, unabhängig von Herkunft, Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Lebensform. Die Aufstellungsarbeit dient dem Anliegen der ratsuchenden Person und nicht der Durchsetzung eigener Überzeugungen der Aufstellerin oder des Aufstellers.
8Transparenz bei Kosten und Werbung
Preise und Leistungen werden klar und vorab kommuniziert. Werbung erfolgt sachlich und ohne irreführende Wirkversprechen. Angaben zu Qualifikationen und Erfahrung sind wahrheitsgemäß.
9Beschwerdeweg
Wer sich durch das Verhalten einer gelisteten Aufstellerin oder eines gelisteten Aufstellers unangemessen behandelt fühlt, kann sich an das Portal wenden. Wir nehmen jede Beschwerde ernst und behandeln sie vertraulich. Der Ablauf:
  1. Eingang der Beschwerde über unser Kontaktformular oder per E-Mail.
  2. Sichtung und, soweit möglich, Anhörung beider Seiten.
  3. Klärungsgespräch mit der betroffenen Aufstellerin oder dem betroffenen Aufsteller.
  4. Bei begründeten und schwerwiegenden Verstößen: Aussetzung oder Entzug des Siegels und gegebenenfalls Entfernung aus dem Verzeichnis.
Der Beschwerdeweg des Portals ersetzt keine rechtlichen Schritte und keine Meldung an zuständige Stellen oder Verbände; er tritt ergänzend hinzu.
10Zustimmung
Mit der Aufnahme in das Verzeichnis bestätigt jede Aufstellerin und jeder Aufsteller, diesen Kodex gelesen zu haben, ihm zuzustimmen und danach zu handeln. Ein Verstoß kann zur Aussetzung oder zum Entzug des Siegels führen.

Entwurf, Stand: Juli 2026. Die finale, rechtlich geprüfte Fassung wird an dieser Stelle veröffentlicht.