Vier typische Aufstellungen
Wie läuft eine Organisationsaufstellung ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Jede der folgenden vier Situationen beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die Dynamik. Es folgen ein oder mehrere Interventionsschritte, in denen die Aufstellungsleitung Sätze anbietet und Positionen verändert (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue Ordnung. Die Sprechblasen geben typische — hier beispielhaft formulierte — Sätze wieder. Alle Beispiele sind fiktiv, vereinfacht und anonymisiert; sie stehen für wiederkehrende Muster, nicht für reale Unternehmen oder Personen. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.
1. Die neue Führungskraft ohne Rückhalt
Ordnungsthema: Führung braucht Einführung und Rückendeckung.
Eine neue Leitung übernimmt ein eingespieltes Team — doch niemand hat sie sichtbar eingeführt. Das Team orientiert sich weiter an der alten Struktur und an der Geschäftsführung. Die Aufstellung macht sichtbar: Es fehlt nicht die Person, sondern die Rückendeckung.

Ausgangsbild
Die neue Leitung steht abseits, das Team schaut zur Geschäftsführung — dorthin, wo bisher entschieden wurde. „Ich komme nicht an.“ Ohne sichtbare Einführung bleibt die neue Position leer.

Intervention: Die Geschäftsführung stellt sich dahinter
Die Geschäftsführung verlässt ihren alten Platz und stellt sich sichtbar hinter die neue Leitung (Pfeil): „Ich stehe hinter dir.“ Erst diese Rückendeckung macht die Übergabe für alle erkennbar.

Schlussbild
Team und Leitung sind einander zugewandt und finden eine gemeinsame Blickrichtung; die Geschäftsführung bleibt als Rückhalt sichtbar. „Jetzt können wir dir folgen.“
2. Der Kunde am Rand
Ordnungsthema: Organisationen leben von ihrer Aufgabe.
Teams können sich so intensiv mit sich selbst beschäftigen — Umstrukturierungen, interne Konflikte, Prozesse —, dass die eigentliche Aufgabe aus dem Blick gerät. Auf dem Brett steht der Kunde dann wortwörtlich am Rand. Die Aufstellung richtet die Organisation wieder auf ihn aus.

Ausgangsbild
Leitung und Team stehen im Kreis um ein internes Thema (Quader) — alle Blicke gehen nach innen. Der Kunde steht unbeachtet am Rand: „Sieht mich hier jemand?“

Intervention: Die Drehung zum Kunden
Die Aufstellungsleitung lässt Leitung und Team sich zum Kunden umwenden (Drehpfeile). Die Leitung spricht die Frage aus, die den Wendepunkt markiert: „Für wen arbeiten wir?“

Schlussbild
Alle sind auf den Kunden und die gemeinsame Aufgabe ausgerichtet; das interne Thema steht am Rand — es wird weiter bearbeitet, aber es steht nicht mehr im Zentrum. „Für Sie sind wir da.“
3. Der nicht gewürdigte Vorgänger
Ordnungsthema: Anerkennen, was war.
Wer eine Leitungsrolle übernimmt, tritt in eine Geschichte ein. Wird der Vorgänger übergangen oder abgewertet, bleibt das Team ihm innerlich verbunden — und die neue Leitung findet keinen Boden. Die Lösung führt über Würdigung, nicht über Vergessen.

Ausgangsbild
Die neue Leitung steht auf dem Platz des Vorgängers — doch der Vorgänger (grau) steht noch im Raum, und das Team blickt zu ihm. „Warum folgt mir niemand?“

Intervention: Würdigung und Ehrenplatz
Die neue Leitung wendet sich dem Vorgänger zu und würdigt seine Leistung: „Du hast aufgebaut, worauf wir stehen.“ Der Vorgänger erhält einen Ehrenplatz am Rand (Pfeil) — gesehen, nicht verdrängt.

Schlussbild
Jetzt kann das Team der neuen Leitung folgen; der Vorgänger schaut vom Ehrenplatz aus wohlwollend zu. „Jetzt folgen wir dir.“
4. Zwei Abteilungen im Silo
Ordnungsthema: Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen.
Zwei Abteilungen arbeiten nebeneinanderher, jede um die eigenen Projekte gruppiert — mit dem Rücken zueinander. Das gemeinsame Ziel gerät aus dem Blick. Die Aufstellung macht das größere Ganze sichtbar, zu dem beide gehören.

Ausgangsbild
Jede Abteilung ist der eigenen Projektwelt (Quader) zugewandt, die Rücken zeigen zueinander. Das gemeinsame Ziel (Kegel) steht unbeachtet am anderen Ende des Bretts: „Die drüben sind nicht unser Thema.“

Intervention: Die Leitung macht das Ziel sichtbar
Die Leitung tritt nach vorn (Pfeil), stellt sich zwischen die Abteilungen und richtet den Blick auf das gemeinsame Ziel: „Wir haben ein gemeinsames Ziel.“ Beide Abteilungen schauen auf.

Schlussbild
Beide Abteilungen stehen im Winkel zueinander, der Blick geht gemeinsam aufs Ziel; die eigenen Projekte stehen dahinter — wichtig, aber nachgeordnet. „Wir arbeiten am selben Ziel.“
Selbst aufstellen — kostenlos im Browser
Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser.