Accessibility Tools
Skip to main content
Ahnenaufstellung in Bildern

Vier typische Aufstellungen

Wie läuft eine Ahnenaufstellung ab? Am anschaulichsten zeigt es das Systembrett: Jede der folgenden vier Situationen beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die Dynamik. Es folgt ein Interventionsschritt, in dem die Aufstellungsleitung Sätze anbietet und Positionen verändert (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue Ordnung. Die Sprechblasen geben typische — hier beispielhaft formulierte — Sätze wieder; alle Beispiele sind vereinfacht und typisiert, ohne Bezug zu realen Personen. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.

1. Der gefallene Soldat

Ordnungsthema: Die Kriegsgeneration wirkt nach.

In vielen Familien fehlt ein Großvater, der im Krieg geblieben ist — und über den kaum gesprochen wurde. Systemisch bleibt er dennoch Teil der Ahnenreihe; sein leerer Platz kann in den nachfolgenden Generationen als unbestimmter Zug „nach hinten“ spürbar werden. Bei belastenden Kriegs- und Traumathemen empfiehlt sich professionelle Begleitung — eine Aufstellung ersetzt keine Therapie.

Systembrett von oben: Ich steht vorn, dahinter der Vater, weit abseits am Brettrand liegt die Figur des gefallenen Großvaters — niemand blickt zu ihm

Ausgangsbild

Ich steht vorn, dahinter der Vater. Der Großvater fehlt in der Reihe: Seine Figur liegt weit abseits am Brettrand, und niemand blickt zu ihm. „Irgendetwas zieht nach hinten.“

Systembrett: Drehpfeile zeigen, wie Vater und Ich sich der liegenden Figur des gefallenen Großvaters zuwenden

Intervention: Der Gefallene wird gewürdigt

Vater und Ich wenden sich dem Gefallenen zu (Drehpfeile). Der Vater würdigt seinen Vater: „Du hast deinen Platz bei uns.“ Der lange Übersehene wird zum ersten Mal angeschaut.

Systembrett Schlussbild: der gefallene Großvater liegt in der Ahnenreihe hinter dem Vater, Ich steht frei vorn

Schlussbild

Der Gefallene hat seinen Platz in der Ahnenreihe hinter dem Vater. Ich steht frei vorn und kann nach vorn schauen: „Jetzt habe ich euch im Rücken.“

2. Das früh verstorbene Kind der Großeltern

Ordnungsthema: Auch kurze Leben gehören dazu.

Ein früh verstorbenes Kind der Großeltern wurde früher oft nie erwähnt. Die Trauer, die keinen Ort fand, kann als unbestimmte Schwere durch die Generationen weiterwirken. Auch hier gilt nüchtern: Eine Aufstellung stellt keine Diagnose und verspricht keine Heilung.

Systembrett von oben: die Großmutter blickt ins Leere, direkt neben ihr liegt unbemerkt eine kleine graue Figur; Mutter und Ich stehen dahinter

Ausgangsbild

Die Großmutter blickt ins Leere — direkt neben ihr liegt, von allen unbemerkt, ihr früh verstorbenes Kind. Mutter und Ich wirken schwer, ohne zu wissen, warum: „Diese Schwere ist älter als ich.“

Systembrett: Drehpfeile zeigen, wie Großmutter und Mutter sich der liegenden Kinderfigur zuwenden

Intervention: Das Kind wird gesehen

Alle wenden sich dem verstorbenen Kind zu (Drehpfeile). Die Großmutter benennt, was nie ausgesprochen wurde: „Du gehörst zu uns.“ Damit endet das Schweigen.

Systembrett Schlussbild: alle Generationen stehen geordnet, das verstorbene Kind liegt sichtbar neben der Großmutter in der Reihe

Schlussbild

Die Generationen stehen geordnet, das Kind liegt sichtbar in der Reihe der Großeltern. Ich kann wieder nach vorn schauen: „Jetzt wird es leichter.“

3. Das Familiengeheimnis

Ordnungsthema: Verschwiegenes bindet.

Über manche Vorfahren wird nicht gesprochen — aus Scham, Schuld oder Schutz. Das Verschwiegene bleibt dennoch im System wirksam: Die Familie richtet ihre Aufmerksamkeit auffällig davon weg. Der dunkle Quader steht auf dem Brett für das, worüber geschwiegen wird.

Systembrett von oben: ein grauer Vorfahre steht abseits in der Ecke, vor ihm ein dunkler Quader; Vater und Ich blicken demonstrativ weg

Ausgangsbild

Abseits steht ein Vorfahre, vor ihm der dunkle Quader — das Verschwiegene. Vater und Ich blicken demonstrativ in die andere Richtung: „Darüber spricht man nicht.“

Systembrett: ein Pfeil rückt den dunklen Quader ins Blickfeld der Familie, Vater und Ich drehen sich mit Drehpfeilen zu ihm

Intervention: Das Verschwiegene bekommt einen Platz

Der Quader wird ins Blickfeld der Familie gerückt (Pfeil), Vater und Ich wenden sich ihm zu (Drehpfeile). Der Vater spricht aus: „Wir sehen, dass da etwas war.“ Was gesehen werden darf, muss nicht mehr binden.

Systembrett Schlussbild: Vater und Ich blicken zum Vorfahren, das Verschwiegene steht sichtbar an seiner Seite

Schlussbild

Jetzt kann die Familie den Vorfahren anschauen — mit dem, was zu ihm gehört, sichtbar an seiner Seite. Die Anspannung weicht: „Jetzt kann ich dich anschauen.“

4. Zurückgeben, was nicht meins ist

Ordnungsthema: Übernommenes Schicksal zurücklegen.

Manchmal trägt ein Nachkomme etwas, das eigentlich zu einer Ahnin oder einem Ahnen gehört — eine Trauer, eine Schuld, ein schweres Schicksal. Die Aufstellung legt das Übernommene symbolisch dorthin zurück, wo es hingehört: in Würdigung, nicht in Abwendung.

Systembrett von oben: Ich steht vorn und trägt einen dunklen Quader dicht bei sich, dahinter steht die Ahnin

Ausgangsbild

Ich steht vorn, dicht neben sich den dunklen Quader — etwas Schweres, das nicht aus dem eigenen Leben stammt. Dahinter steht die Ahnin, zu der es gehört: „Ich trage etwas, das nicht meins ist.“

Systembrett: Ich wendet sich der Ahnin zu, ein Pfeil zeigt vom Quader zur Ahnin

Intervention: Das Schwere geht zurück

Ich wendet sich der Ahnin zu und legt das Übernommene symbolisch zurück (Pfeil): „Ich lasse bei dir, was zu dir gehört. Dich behalte ich im Herzen.“

Systembrett Schlussbild: der Quader liegt bei der Ahnin, Ich steht aufgerichtet mit freiem Blick nach vorn

Schlussbild

Das Schwere liegt nun bei der Ahnin. Ich steht aufgerichtet und schaut frei nach vorn: „Jetzt gehe ich leichter.“

Selbst aufstellen — kostenlos im Browser

Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser.

Zum Parafeld™-Systembrett →