Drei typische Aufstellungen
Wie läuft eine Aufstellung ab, wenn sich alle Beteiligten nur über den Bildschirm sehen? Die folgenden drei Situationen zeigen es: Jedes Beispiel beginnt mit dem Ausgangsbild — so zeigt sich die Dynamik. Es folgt ein Interventionsschritt, in dem die Begleitung Sätze anbietet und Positionen verändert (Pfeile markieren die Bewegungen). Das Schlussbild zeigt die neue Ordnung. Ablauf und Wirkprinzipien entsprechen dabei der Arbeit in Präsenz — nur das Medium ist ein anderes. Alle Beispiele sind vereinfacht und anonymisiert; die Sprechblasen geben typische, hier beispielhaft formulierte Sätze wieder. Alle Bilder sind mit dem kostenlosen Parafeld™-Systembrett erstellt; jede Aufstellung lässt sich per Klick selbst nachstellen.
1. Das digitale Systembrett im Einzelsetting
Ordnungsthema: Das Brett vor der Kamera.
Klientin und Begleitung sind per Video verbunden. Die Klientin stellt auf einem digitalen oder realen Brett auf, die Kamera überträgt das Bild — beide sehen dasselbe. Die Begleitung fragt, spiegelt und schlägt Umstellungen vor; bewegt werden die Figuren von der Klientin selbst.

Ausgangsbild
Die Klientin stellt ihr Anliegen auf, die Begleitung sieht per Video zu: Das Thema steht mitten im Blickfeld, die wichtige Person weit entfernt und abgewandt. „Ich sehe nur das Thema.“

Intervention: Die Begleitung schlägt eine Umstellung vor
Über den Bildschirm schlägt die Begleitung vor, das Thema beiseitezurücken (Pfeil) — die wichtige Person darf sich zuwenden (Drehpfeil). Die Klientin bewegt die Figuren mit der eigenen Hand: „Ich rücke das Thema beiseite.“ Das Umstellen selbst bleibt bei ihr — genau wie in Präsenz.

Schlussbild
Das Thema steht zur Seite, der Blick zwischen Ich und wichtiger Person ist frei — die Ordnung stimmt, obwohl beide Gesprächspartnerinnen hunderte Kilometer voneinander entfernt sitzen: „Auch am Bildschirm wird es klar.“
2. Stellvertreter in der Kachelansicht
Ordnungsthema: Gruppen-Resonanz über Distanz.
In einer Online-Gruppe übernehmen Teilnehmende per Video Stellvertreterrollen — jede Kachel steht für eine Person des Systems. Die Positionen werden im virtuellen Raum benannt („Die Mutter steht links hinten, weit weg …“) und auf dem Brett festgehalten. Die Rückmeldungen der Stellvertreter kommen aus getrennten Wohnzimmern — und fügen sich doch zu einem gemeinsamen Bild.

Ausgangsbild
Mutter, Vater und Ich stehen weit verstreut in den Ecken des Bretts, jeder blickt woandershin — wie die getrennten Orte, von denen aus alle zugeschaltet sind. Der Stellvertreter des Ich spricht in die Runde: „Jeder von uns sitzt woanders.“

Intervention: Positionswechsel per Ansage
Die Leitung benennt die neuen Positionen, die Stellvertreter melden aus ihren Kacheln zurück, was sich verändert. Auf dem Brett rücken alle drei aufeinander zu (Pfeile): „Wir gehen aufeinander zu.“

Schlussbild
Die Eltern stehen nebeneinander, das Ich ihnen zugewandt gegenüber — eine stimmige Ordnung, gefunden von Menschen, die sich nie im selben Raum befanden: „Nähe entsteht auch über Entfernung.“
3. Symbole am eigenen Schreibtisch
Ordnungsthema: Alltagsgegenstände als Anker.
Für eine Online-Aufstellung braucht es kein Spezialmaterial: Die Klientin wählt zuhause Gegenstände vom eigenen Schreibtisch — eine Tasse, ein Buch, einen Stein — und stellt sie vor der Kamera zueinander in Beziehung. Hier sind die Gegenstände als Quader und Kegel dargestellt. Die Begleitung sieht das Arrangement im Video und begleitet die Veränderung.

Ausgangsbild
Zwei Themen stehen dicht am Ich — so dicht, dass kaum Raum bleibt. Schon beim Hinstellen der beiden Gegenstände wird der Klientin die Enge körperlich spürbar: „Alles steht mir zu nah.“

Intervention: Abstand schaffen, Ressource dazustellen
Auf Vorschlag der Begleitung schiebt die Klientin beide Themen nach außen (Pfeile) und wählt einen weiteren Gegenstand als Ressource — etwas, das ihr Kraft gibt (grüner Kegel): „Ich schaffe mir Platz.“

Schlussbild
Beide Themen stehen in gutem Abstand, die Ressource in Sichtweite — das Ich hat wieder Überblick. Das Arrangement bleibt nach der Sitzung auf dem Schreibtisch stehen und wirkt als Anker im Alltag weiter: „Mein Raum gehört wieder mir.“
Selbst aufstellen — kostenlos im Browser
Alle Bilder auf dieser Seite sind mit dem Parafeld™-Systembrett entstanden — einem kostenlosen Online-Systembrett: Figuren aufstellen, Blickrichtungen setzen, durch die Augen jeder Figur schauen. Ohne Anmeldung, direkt im Browser — und damit selbst ein Werkzeug für die Online-Aufstellung.